Kreisverband Emsland e.V.

FAQ

Die Beratung von Schutzsuchenden und das Rechtsdienstleistungsgesetz


„Es gibt Unterstützungsleistungen, die nur Fachleute erbringen können. […] Dies betrifft insbesondere die Rechtsberatung, (…). Das Asyl- und Aufenthaltsrecht besteht aus komplexen, ineinandergreifenden Rechtsvorschriften (…). Freiwillig engagierte können vor allem dann einen Beitrag zur Rechtsberatung leisten, wenn sie mit (…) Beratungsstellen zusammenarbeiten (…).“


„Die Abgrenzung, wann sich rechtliche Informationsvermittlung und Hilfestellung im Bereich des Rechtsdienstleistungsgesetzes bewegt (…), ist nicht einfach (…). Unabhängig von der Frage, ob Sie gesetzlich belangt werden können, […]. Stellen Sie in jedem Fall sicher, dass Ihnen Fachleute zur Seite stehen, um Sie und die von Ihnen Beratenen vor Fehlern zu schützen.“


(vgl. http://www.asyl.net/fileadmin/user_upload/redaktion/Dokumente/Publikationen/Basisinformationen/Basisinf_4fin.pdf


Begegnung auf Augenhöhe

 

Die Begegnung und Begleitung von Flüchtlingen sollte immer auf Augenhöhe stattfinden. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist es wichtig jeden Flüchtling individuell mit seinen Lebenserfahrungen und seiner Geschichte zu betrachten. Flüchtlinge sind keine homogene Gruppe. Flucht alleine kann niemals die Identität eines Menschen beschreiben. Sie unterscheiden sich beispielsweise in ihrem Alter, Aufenthaltsstatus, Interessen, Erfahrungen u.v.m.


Einen ähnlichen Hinweis finden Sie auch bei Pro Asyl:


„Vergessen Sie nicht, dass Asylsuchende nicht nur hilfebedürftig sind, sondern mit der Flucht hohe Eigeninitiative bewiesen haben und Kompetenzen mitbringen: […]. Nehmen Sie Flüchtlinge als Gegenüber ernst.


(vgl. https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/2015/12/PRO_ASYL_Leitfaden_Herzlich_Willkommen_Mai_2015.pdf)


Die folgenden Informationen dienen den Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit des DRK dazu, sich einen Überblick über ihr Aufgabenfeld zu beschaffen. Wir bemühen uns um eine korrekte und aktuelle Darstellung der Sach- und Rechtslagen, übernehmen hierfür aber keine Gewähr. Bitte wenden Sie sich mit individuellen Fällen in jedem Falle an die Migrationsberatungs- und Kontaktstelle des DRK KV Emsland e.V.

 

Aus Gründen der sprachlichen Vereinfachung verwenden wir nur die männliche Form. Es sind jedoch stets Personen männlichen und weiblichen Geschlechts gleichermaßen gemeint.


Fragen...

... zum Ablauf des Asylverfahrens

Weiterführende Informationen insbesondere für Flüchtlinge vom Deutschen Anwaltverein unter:

http://www.asyl.net/arbeitshilfen-publikationen/arbeitshilfen-zum-aufenthalts-und-fluechtlingsrecht/informationen-fuer-asylsuchende.html

 

  • Wie läuft ein Asylverfahren in der Regel ab?

Theoretisch kann jeder Mensch, der in seiner Heimat verfolgt wird oder bei seiner Rückkehr politische Verfolgung fürchten muss, in Deutschland Asyl beantragen. Dazu muss er sich bei einer Landesaufnahmebehörde, einer Erstaufnahmeeinrichtung oder einer Behörde melden und angeben, dass er in Deutschland Schutz sucht.

 

Diese Meldung (Asylgesuch) muss unverzüglich nach der Einreise geschehen. Die Flüchtlinge werden dann in einer Erstaufnahmeeinrichtung oder Notunterkunft untergebracht.

 

Anschließend werden sie auf das Bundesgebiet verteilt und erhalten die Bescheinigung über die Meldung Asylsuchender (BÜMA). Die Flüchtlinge müssen nun vorerst in der Erstaufnahmeeinrichtung oder Notunterkunft wohnen. Mit der Zuweisung in eine Stadt oder einen Landkreis dürfen die Flüchtlinge dann in eine von der Stadt/Gemeinde zugewiesene Wohnung ziehen. Hier müssen sie bleiben, bis das Asylverfahren abgeschlossen ist und der Aufenthaltstitel ausgestellt wurde.

 

Für die Durchführung des Asylverfahrens ist in Deutschland das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zuständig. Das BAMF hat in Niedersachsen Außenstellen in Bramsche, Braunschweig, Friedland, Oldenburg und Osnabrück.

 

Von der Äußerung des Asylgesuchs bis zur förmlichen Antragstellung und Bearbeitung des Antrages wird einige Zeit vergehen. Hier sind Wartezeiten von mehreren Monaten bis hin zu einem Jahr keine Seltenheit. Ein Asylantrag muss immer persönlich gestellt werden.


Als nächstes bekommen die Asylbewerber einen Brief mit der Einladung zur Anhörung und förmlichen Asylantragstellung. Vor der Anhörung ist es sinnvoll direkt mit einem der zuständigen Ansprechpartner im DRK Kontakt aufzunehmen!

 

Die Anhörung ist für sie das wichtigste Ereignis während Ihres Asylverfahrens. Was sie in Ihrem “Interview” sagen, ist entscheidend und kann später kaum noch korrigiert werden. Es ist immer ein Dolmetscher für die Muttersprache des Asylbewerbers anwesend. Die Aussagen werden protokolliert und sind Grundlage für die Entscheidung des Asylverfahrens. Vorbereitungsmaterialien zur Anhörung sind hier zu finden:

http://www.asyl.net/index.php?id=337.

 

Der Bescheid wird postalisch zugestellt. Dieser kann, vereinfacht gesagt, positiv (Anerkennung) oder negativ (Ablehnung) ausfallen. Genauere Informationen insbesondere für Flüchtlinge über Asylverfahren, Aufenthaltserlaubnis, Rechte und Pflichten unter:

http://www.nds-fluerat.org/leitfaden/.


Ist der Bescheid positiv schickt die Ausländerbehörde einige Zeit später einen Antrag für die Ausstellung eines Aufenthaltstitels zu. Die Beantragung und Ausstellung der Aufenthaltserlaubnis ist der letzte Schritt zur vollständigen Anerkennung in Deutschland. Bei einem ablehnenden Bescheid ist es sinnvoll, direkt mit einem der zuständigen Ansprechpartner im DRK Kontakt aufzunehmen!

 

Informationen zum Asylverfahren erhalten Sie bei

 

Papenburg
Frau Krömer
Tel. 04961-9123 2031
anja.kroemer@drk-emsland.de

 

Frau Trouw
Tel. 04961-9123 2039
katharina.trouw@drk-emsland.de


Papenburg, Nordhümmling
Frau Böhmker
Tel. 04961-9123 2036
Mobil 01590 4833002
karina.boemker@drk-emsland.de

 

Werlte, Lathen, Dörpen
Frau Wilken
Mobil 01590 48833011
nadja.wilken@drk-emsland.de

 

Rhede
Frau Niesmann
Tel. 04961-9123 2024
marina.niesmann@drk-emsland.de

 

  • Wie lange dauert ein Asylverfahren?

Das kann man leider nicht genau sagen. Asylanträge werden immer im Einzelfall geprüft. In der Regel geht es aber im Moment schneller als Anfang 2016. Laut Angaben des BAMF solle ein Asylverfahren im ersten Quartal 2016 durchschnittlich 5,8 Monate dauern. Dies bezieht sich auf den Termin zur förmlichen Antragstellung bis zur Ausstellung des Bescheides, die Wartezeit von der Ankunft in Deutschland und der Äußerung des Asylgesuches bis hin zur förmlichen Antragstellung mitgerechnet. Hier sind Wartezeiten von mehreren Monaten bis hin zu einem Jahr keine Seltenheit.

 

  • Was ist der Unterschied zwischen Aufenthaltsgestattung und Aufenthaltserlaubnis?

„Aufenthaltsgestattung“ bedeutet, es wurde ein Asylantrag gestellt, bislang gibt es aber noch keine endgültige Entscheidung über den Antrag. „Aufenthaltserlaubnis“ bedeutet, es wurde über den Asylantrag bereits positiv entschieden. Der Aufenthalt in Deutschland ist für eine bestimmte Zeit somit erlaubt. Aber Vorsicht! Aufenthaltserlaubnis ist nicht gleich Aufenthaltserlaubnis. So werden im Aufenthaltsgesetz eine ganze Reihe unterschiedlicher Aufenthaltserlaubnisse aufgeführt. Die daraus resultierenden sozialen Rechte und die Aufenthaltsperspektive variieren dabei zum Teil deutlich (siehe auch: http://www.nds-fluerat.org/leitfaden/).


Wenden Sie sich bitte an die DRK Beratungsstelle, um die weiteren erforderlichen Schritte nach Erhalt der Aufenthaltserlaubnis zu besprechen!

 

  • Was ist ein anerkannter Flüchtling?

Der Begriff „anerkannter Flüchtling“ entstammt der Genfer Flüchtlingskonvention. Flüchtling nach der Genfer Konvention ist, wer eine begründete Furcht vor Verfolgung hat. Gründe können seine Ethnie, Religion, Nationalität, politische Überzeugung oder seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe sein. Der Aufenthalt ist in dem Fall zunächst auf 3 Jahre befristet und kann verlängert werden, wenn sich die Situation im Herkunftsland nicht verbessert hat. Zudem erhält ein anerkannter Flüchtling einen internationalen Reiseausweis.

 

  • Was ist subsidiärer Schutz und was ist der Unterschied zum anerkannten Flüchtling?

Wird einer Person subsidiärer Schutz zuerkannt, gehört diese Person zu der Gruppe der international Schutzberechtigten. Dies bedeutet, die Person erhält die Aufenthaltserlaubnis vorübergehend in Deutschland zu bleiben, wenn ihnen im Heimatland allgemein große Gefahr durch einen bewaffneten Konflikt, Folter oder Todesstrafe droht. Die Aufenthaltserlaubnis erstreckt sich hier zunächst auf ein Jahr, im Fall der Verlängerung auf zwei weitere Jahre. Es besteht kein Anspruch auf einen internationalen Reiseausweis. Der Familiennachzug ist bis März 2018 ausgesetzt.

 

  • Was ist ein Dublin Fall?

Ein „Dublin-Fall“ liegt vor, wenn bei der Registrierung des Flüchtlings in dem jeweiligen Bundesamt festgestellt wird, dass bereits in einem anderen EU-Mitgliedstaat Fingerabdrücke genommen worden sind. Das heißt, zunächst wird davon ausgegangen, dass der andere Mitgliedstaat dann für die Bearbeitung des Asylantrags zuständig ist.

 

Bei einem Dublin-Fall immer unbedingt Kontakt zur DRK-Beratungsstelle aufnehmen!


Im Dublin-Verfahren wird der für die Prüfung eines Asylantrags zuständige Staat festgestellt. Damit wird sichergestellt, dass jeder Asylantrag nur von einem Mitgliedstaat inhaltlich geprüft wird.


Wird festgestellt, dass ein Asylantrag in einem anderen Mitgliedstaat zu bearbeiten ist, stellt das Bundesamt ein Übernahmeersuchen/ Wiederaufnahmeersuchen an den betreffenden Mitgliedstaat. Stimmt dieser zu, erhält der Antragsteller hierüber Mitteilung in Form eines Bescheides. Innerhalb von sechs Monaten muss die Überstellung an den jeweils anderen Staat erfolgen. Erfolgt dies nicht innerhalb dieser Frist, ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Deutschland für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig.

 

  • Gibt es Möglichkeiten für Dublin Fälle, in Deutschland zu bleiben?

Ab Erklärung der Zuständigkeit des anderen Mitgliedstaates haben die deutschen Behörden sechs Monate Zeit, den Flüchtling an den jeweils anderen Staat zu überstellen. Geschieht dies nicht innerhalb dieser Frist, muss das Asylverfahren in Deutschland durchgeführt werden.


Es besteht in dem Fall die Chance, einen Aufenthaltstitel in Deutschland zu erhalten.


Der Flüchtling kann Klage gegen den Beschluss der Zuständigkeit eines anderen Mitgliedstaates beim Verwaltungsgericht erheben. Durch die Klage kann auf zusätzlichen Antrag die sechs Monate Überstellungsfrist verlängert werden, wenn dem durch das zuständige Gericht stattgegeben wird.


Da in einigen EU-Mitgliedstaaten systemische Mängel innerhalb des Asylverfahrens festgestellt werden, bestehen Chancen auf positive Entscheidung durch das Verwaltungsgericht. Dies ist jedoch abhängig vom jeweiligen Gericht.


Wenn das Verwaltungsgericht entscheidet, dass eine Überstellung in den anderen Mitgliedstaat nicht zulässig ist, wird das Asylverfahren folglich von den deutschen Behörden bearbeitet.


Wenn die Abschiebung in einen Drittstaat für die psychische oder physische Gesundheit erhebliche negative Auswirkungen haben kann, kann die Abschiebung verhindert werden. Hierbei ist es allerdings zwingend erforderlich, ein entsprechendes ärztliches Attest über Reiseunfähigkeit bei der Ausländerbehörde vorzulegen.


Wenn eine Klage abgelehnt wurde und keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorliegen, kann noch eine Petition an den Landtag oder Bundestag gerichtet werden. Dies hat jedoch keine aufschiebende Wirkung für eine Abschiebung, kann aber ggfs. zu einer erneuten Befassung der Behörden mit dem Fall führen.


Kirchenasyl bietet eine weitere letzte Möglichkeit. Hier kann eine Kirchengemeinde einem Flüchtling Asyl gewähren.

 

Mehr dazu unter: https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/2015/12/Dublin_Ratgeber_Erste_Hilfe_2015.pdf

 

Die Entscheidung, ob und wie gegen eine Überstellung in ein anderes EU-Land vorgegangen wird, sollte in jedem Falle in Absprache mit einer Beratungsstelle und/oder Rechtsanwalt erfolgen!

 

  • Was tun bei einer Abschiebeandrohung?

Bei einer Abschiebeandrohung sollten sie in jedem Fall unbedingt Kontakt zur DRK-Beratungsstelle aufnehmen, hier liegen alle Informationen und Kompetenzen vor! Wenn die Abschiebung aus dringenden persönlichen Gründen nicht zumutbar ist oder für die psychische oder physische Gesundheit erhebliche negative Auswirkungen haben kann, kann die Abschiebung verhindert bzw. verschoben werden. Hierbei ist es allerdings zwingend erforderlich, rechtzeitig qualifizierte Nachweise bei der Ausländerbehörde vorzulegen.


Wenn ein Asylantrag abgelehnt wird, können Asylsuchende eine Klage beim Verwaltungsgericht einreichen. Das Gericht prüft dann erneut, ob dem Betroffenen Asyl gewährt wird oder ob die Entscheidung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gerechtfertigt ist. Wichtig hierbei ist, die vom Bundesamt gesetzten zeitlichen Fristen einzuhalten.


Vor Gericht können sowohl der Asylsuchende als auch sein Anwalt vorsprechen. Nach eingehender Prüfung der Sachlage fällt das Gericht ein Urteil. Es kann dabei entweder die Entscheidung des BAMF bestätigen: Dann muss der Kläger seiner Ausreisepflicht nachkommen. Das Gericht kann jedoch auch festlegen, dass derjenige zwar keine Aufenthaltsgenehmigung bekommt, aber dennoch nicht abgeschoben werden darf: Der Betroffene kann als Geduldeter im Land bleiben.


Das Verwaltungsgericht kann die Erstentscheidung des BAMF auch komplett umkehren und ein Aufenthaltsrecht für den Flüchtling festlegen.

 

  • Was ist ein Härtefallantrag? Wer stellt ihn und unterstützt dabei?

Ein Härtefallantrag kann für vollziehbar ausreisepflichtige Migranten gestellt werden, wenn ein Asylverfahren negativ abgeschlossen wurde und keine andere aufenthaltsrechtliche Perspektive gegeben ist. Dieser Härtefallantrag kann bei der sogenannten Härtefallkommission des Landes Niedersachsen gestellt werden, wenn dringende humanitäre oder persönliche Gründe vorliegen, die einen weiteren Aufenthalt rechtfertigen.


Ein Härtefallantrag kann von der betroffenen Person selbst oder von Bevollmächtigten, wie auch Mitarbeitern von Beratungsstellen, Rechtsanwälten etc. gestellt werden. Wenden Sie sich an die DRK Beratungsstelle, wir stellen den Antrag mit unseren langjährigen Erfahrungen!


Voraussetzung für die Annahme des Antrags zur Beratung ist in der Regel ein Aufenthalt von mindestens 18 Monaten in Deutschland. In besonderen Situationen kann auch von einem „Sonderprüfrecht“ Gebrauch gemacht werden, wenn noch keine 18 Monate Aufenthalt in Deutschland erfüllt sind.


Wird ein Härtefallantrag zur Beratung angenommen, liegt für die Dauer des Entscheidungs- und Bearbeitungsverfahren ein Abschiebeschutz vor. Das Hauptaugenmerk bei der Entscheidung über den Härtefall bezieht sich vor allem auf die vorliegenden Integrationsmerkmale.


Wenn seitens der Härtefallkommission positiv über den Antrag entschieden wird, wird von dort aus ein Härtefallersuchen an das Innenministerium gestellt.


Wird auch hier positiv entschieden, kann ein Aufenthaltsrecht erteilt werden. Oftmals ist dies aber an gewisse vorgegebene Bedingungen geknüpft.

... zu sozialen Leistungen

  • Welche Leistungen erhalten Flüchtlinge in Deutschland?

Asylbewerber erhalten in Deutschland zunächst Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Hierbei handelt es sich um Geldleistungen die von den Sozialämtern ausgezahlt werden. Die Leistungen nach AsylbLG decken außerdem die Miete und Nebenkosten in „normaler“ Höhe ab. Der Regelsatz beträgt seit dem 1. Januar 2016 für einen Erwachsenen 354€. Damit liegt er ca. 10 % unter dem ALG II- Regelsatz.


Mit Zustellung des Bescheides oder spätestens nach 15 Monaten Aufenthalt in Deutschland, können Flüchtlinge Leistungen nach SBG II beantragen, das sogenannte Arbeitslosengeld II (ALG II). Generell erhalten anerkannte Flüchtlinge die gleichen Leistungen wie deutsche Staatsbürger. Der Regelsatz für Erwachsene beträgt zurzeit 404€, für einen Ehepartner 364€ und für Kinder 237€ – 306€ je nach Alter.


Erst bei Bezug von ALG II kann auch Kindergeld beantragt werden. Dies geht allerdings nur, wenn sich mindestens ein Elternteil der Kinder in Deutschland aufhält oder wenn die Kinder den Aufenthaltsort ihrer Eltern nicht kennen, bzw. diese bereits verstorben sind. Kinder, deren Eltern noch im Ausland leben, wird kein Kindergeld gewährt.


Ein anerkannter Flüchtling, der ein eigenes Einkommen hat, welches allerdings zu gering ist, um alle lebensnotwendigen Ausgaben zu decken, hat die Möglichkeit weitere Hilfen wie Wohngeld oder Kinderzuschlag zu beantragen. Hierzu ist es sinnvoll sich an die DRK-Beratungsstelle zu wenden, diese übernimmt die Kommunikation mit den Behörden!

 

  • Was ist der Unterschied zwischen SGB II und Asylbewerberleistungsgeld?

Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) werden von den Sozialämtern ausgestellt. Der Regelsatz für einen Erwachsenen beträgt 354€. Es gibt nur eingeschränkte Gesundheitsleistungen und keine Förderung bei der Arbeitsmarktintegration.


Leistungen nach dem SGB II oder auch ALG II werden über das Jobcenter des Landkreises Emsland bezogen. Der Antrag hierzu wird bei der jeweiligen Stadt/Gemeinde gestellt. Zudem wird auch der Zugang zum Arbeitsmarkt gefördert. Die anerkannten Flüchtlinge müssen regelmäßige Termine bei ihrem Fallmanager wahrnehmen. Sie bekommen auch Zugang zu einer vollwertigen Gesundheitsversorgung.

 

  • Welche Behörde ist zuständig?

LAB (Landesaufnahmebehörde): Äußerung Asylgesuch, Aufnahme in Niedersachsen, Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge in Erstaufnahmeeinrichtungen oder Notunterkünften


BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge): Asylantragstellung, Bearbeitung und Entscheidung des Asylantrags


Ausländerbehörde Landkreis Emsland (in Meppen): wenn es um Aufenthaltstitel, Arbeitserlaubnis, Ausreise geht


Sozialämter: bis zum Ende des Monats, in dem der Bescheid zugestellt wird zur Leistungsauszahlung


Fachdienst Arbeit/Soziales – bei der Stadt bzw. Gemeinde: im Folgemonat nach Zustellung des Bescheides zur Leistungsauszahlung


Jobcenter Landkreis Emsland: zur Förderung des Arbeitsmarktzuganges

… zur Familienzusammenführung

  • Die Familie ist noch im Herkunftsland. Kann diese nach Deutschland kommen?

Ein Familiennachzug ist generell möglich sofern, es sich hierbei um die Kernfamilie handelt (d.h. Frau/Mann und minderjährige Kinder oder bei einem minderjährigen Kind sind dies die Eltern). Zudem muss bereits eine Aufenthaltserlaubnis für den Flüchtling erteilt worden sein und die Flüchtlingseigenschaft anerkannt worden sei (liegt i.d.R. vor, wenn ein dreijähriger Aufenthalt gewährt worden ist). Wurde jedoch nur ein Jahr Aufenthalt gewährt, ist der Familiennachzug bis zum 18.3.2018 ausgesetzt. Da es sich bei diesem Verfahren um ein kompliziertes, langwieriges Prozedere handelt, sollte in jedem Fall ein Termin beim DRK Suchdienst vereinbart werden!


Informationen zur Familienzusammenführung erhalten Sie bei
Marina Niesmann
Tel. 04961 - 9123 2024
Mobil 0159 04833004
marina.niesmann@drk-emsland.de

 

  • Welche Möglichkeiten gibt es, wenn jemand seine Familie verloren hat?

In diesem Fall können sich die Suchenden an den DRK Suchdienst wenden. Mittels eines Erhebungsbogens werden die Daten der gesuchten Personen und die genauen Umstände erfragt und aufgenommen. Diese Daten werden an den Suchdienst am Standort München weitergeleitet. Von hier aus wird die Internationale Suche nach den Familienangehörigen gestartet. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, mithilfe eines Fotos auf der Webseite www.tracetheface.org die Suche zu ergänzen. Auch hierbei leistet der Suchdienst des DRK Hilfe und Unterstützung. Werden die Familienangehörigen gefunden, wird der Suchende kontaktiert.


Informationen zum Suchdienst erhalten Sie bei
Marina Niesmann
Tel. 04961 - 9123 2024
Mobil 0159 04833004
marina.niesmann@drk-emsland.de

… zu Kommunikation und Sprache

  • Wie kann ich mich mit den Flüchtlingen überhaupt verständigen, wenn ich deren Sprache nicht spreche?

Sie werden staunen: Es geht! Anfangs geschieht viel mit Händen und Füssen. Wir allen können viel von Gestik und Mimik ablesen und verstehen, besonders, wenn wir diese Mittel als alleiniges Verständigungsmittel haben. Das gilt auch obwohl diese nicht in allen Kulturkreisen mit unseren identisch sind. Darauf aufbauend und der beidseitige Wille sich Kennenzulernen, macht vieles möglich.

 

  • Ich bin kein/e Lehrer/in. Kann ich mich trotzdem in den Deutschsprachkursen ehrenamtlich engagieren?

Selbstverständlich. Allein die Bereitschaft in Kontakt zu treten, zu signalisieren, ich möchte dich unterstützen, ist die erste und beste Grundvoraussetzung. Dies ermöglicht es, erste Sprachkenntnisse zu vermitteln. Für die Vertiefung sind dann im Anschluss die ausgebildeten Sprachlehrer der Bildungsträger zuständig. Unser Angebot richtet sich an diejenigen, die noch keine Möglichkeit (wie z.B. Zulassung zum Integrationskurs) haben, professionell Deutsch zu erlernen.

 

  • Welche unterschiedlichen Arten von Sprachkursen gibt es? Wer darf welche besuchen?

Beim DRK ist jeder willkommen. Wir bieten in unserer Geschäftsstelle und in den Außenstellen in Papenburg (in der Marktkirche, im Niels Steensen Haus, in der Amandus Gemeinde in Aschendorf, im Kinderschutzbund, im Don Bosco Heim und in Herbrum) Deutschunterricht für alle Interessierten an. Diese sind nach Niveaustufen für Anfänger und Fortgeschrittene unterteilt. Darüber hinaus gibt es über uns Frauenkurse mit Kinderbetreuung in Aschendorf und im Kinderschutzbund. Zudem gibt es bei Bedarf beim DRK ein Angebot für Analphabeten.


Daneben gibt es weitere Deutschkursangebote des DRK in Meppen sowie den Gemeinden Rhede, Dörpen, Lathen, Nordhümmling (Esterwegen, Surwold) und Werlte.


Informationen zu den Sprachkursen erhalten Sie bei
DRK Migrationsberatungs- und Kontaktstelle
Tel. 04961 – 9123 2025

… zu Bildung und Arbeit

  • Wer darf eine Ausbildung machen?

In den ersten drei Monaten Aufenthalt in Deutschland gilt ein Beschäftigungsverbot.


Danach, vorausgesetzt der Asylsuchende befindet sich nicht mehr in der Erstaufnahmeeinrichtung, kann eine Ausbildung mit Zustimmung der Ausländerbehörde begonnen werden. Ausgenommen sind hier Asylbewerber aus sogenannten sicheren Herkunftsländern, deren erste Registrierung nach dem 01.09.2015 erfolgte und deren Asylantrag bereits abgelehnt wurde.


Seit dem 06.08.2016 kann nach negativem Ausgang des Asylverfahrens eine sogenannte Anspruchsduldung durch die Ausländerbehörde erteilt werden, um eine schulische oder berufliche Ausbildung zu absolvieren. Die Duldung gilt dann für die gesamte Dauer der Ausbildung. Menschen aus den sogenannten sicheren Herkunftsländern sind hiervon nicht ausgeschlossen, vorausgesetzt, sie unterliegen keinem Arbeitsverbot und sind nach dem 31.08.2015 registriert worden.


Bei Vorliegen einer Aufenthaltserlaubnis, kann jeder Migrant eine Ausbildung absolvieren, wenn die für den zu erlernenden Ausbildungsberuf erforderlichen Voraussetzungen gegeben sind.


Welche schulischen, fachlichen, sprachlichen Voraussetzungen gegeben sein müssen, ist abhängig vom jeweiligen Ausbildungsberuf.


Ein gutes Beratungsangebot wird diesbezüglich von der Bundesagentur für Arbeit oder dem Jobcenter vorgehalten. Auch die DRK Beratungsstelle begleitet Geflüchtete auf diesem Weg.

 

  • Wer darf arbeiten?

Solange ein Flüchtling sich in der Erstaufnahmeeinrichtung aufhält oder noch keine drei Monate in Deutschland lebt, darf er keine Beschäftigung aufnehmen.


Ansonsten gilt für Flüchtlinge, die nicht aus sogenannten sicheren Herkunftsländern stammen (bei Registrierung nach dem 01.09.2015 und bereits abgelehnten Antrag nach dem 31.08.2015), dass sie nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland nach Zustimmung der Ausländerbehörde eine Beschäftigung aufnehmen dürfen.


Ab Erhalt eines Aufenthaltsstatus (Anerkennung als Flüchtling oder subsidiärer Schutz) kann der Flüchtling uneingeschränkt und ohne Einholung einer Erlaubnis einer Beschäftigung nachgehen.


Informationen zum Thema Arbeit erhalten Sie bei
DRK Migrationsberatungs- und Kontaktstelle
Tel. 04961 – 9123 2025

 

  • Wer darf ein Praktikum machen?

In den ersten drei Monaten Aufenthalt in Deutschland gilt ein Beschäftigungsverbot.


Danach wird die Zustimmung der Ausländerbehörde benötigt, um ein Praktikum zu machen.


Über die Agentur für Arbeit können jedoch auch sogenannte Zuweisungen zu Betrieben für einen Zeitraum von maximal 6 Wochen erfolgen. Dies ist mit einem Praktikum gleichzusetzen, erfordert allerdings nicht die Zustimmung der Ausländerbehörde.


Nach Erhalt der Aufenthaltserlaubnis kann ein Praktikum in Absprache mit dem Jobcenter (bei Leistungsbezug nach dem SGB II) erfolgen.


Eine Übersicht über das Erfordernis einer Zustimmung zur Beschäftigung für ein Praktikum mit Duldung, BüMA oder Aufenthaltsgestattung finden sie hier: http://www.einwanderer.net/fileadmin/downloads/tabellen_und_uebersichten/Erfordernis_einer_Arbeitserlaubnis_bzw.pdf

 

  • Wer darf ehrenamtliche Tätigkeiten ausüben?

Eine ehrenamtliche, unentgeltliche Tätigkeit ist Flüchtlingen in jedem Fall, auch ohne behördliche Genehmigung möglich. Allerdings ist es ratsam im Vorfeld eine Privathaftpflicht abzuschließen. Denn auch im Ehrenamt gilt: Wer anderen einen Schaden zufügt, muss finanziell dafür gerade stehen in unbegrenzter Höhe. Dies ist gesetzlich (§ 823 Abs. 1 BGB) geregelt und gilt ebenso für Flüchtlinge, die sich ehrenamtlich engagieren (vgl. http://www.gdv.de/wp-content/uploads/2015/03/GDV-5004_Haftpflicht_0315.pdf).

… zu Bildung bei Kindern und Jugendlichen

  • Wer darf eine Kindertageseinrichtung besuchen?

Sofern Plätze vorhanden sind, darf jedes Kind, unabhängig vom Aufenthaltsstatus eine Kindertageseinrichtung besuchen, sofern es sich nicht mehr in der Erstaufnahmeeinrichtung befindet.


Unterstützung bei der Kitaplatzsuche erhalten Sie bei
Pauline Andrzejewski
Tel. 04961 – 9123 2026
pauline.andrzejewski@drk-emsland.de

 

  • Besteht Schulpflicht?

Während des Aufenthalts in einer der Erstaufnahmeeinrichtung besteht keine Schulpflicht.


Ansonsten gilt im Sekundarbereich I (1.-10. Klasse) Schulpflicht bei Flüchtlingen ebenso, wie bei deutschen Kindern und Jugendlichen. Bei Nichteinhaltung der Regel, kann, wie bei deutschen Eltern, ein Bußgeld verhängt werden.


Die Schulpflicht umfasst insgesamt 12 Jahre (Berufsschulzeit ist inbegriffen).


Im Sekundarbereich II kann die Schulpflicht für die Dauer von Sprachkursen ruhen.


Unterstützung bei der Schulanmeldung erhalten Sie bei
Pauline Andrzejewski
Tel. 04961 – 9123 2026
pauline.andrzejewski@drk-emsland.de

 

  • Besteht die Möglichkeit eines Studiums?

Die Aufnahme eines Studiums setzt keinen Aufenthaltsstatus voraus und erfordert nicht die Zustimmung der Ausländerbehörde.


Oftmals scheitert die Aufnahme eines Studiums jedoch daran, dass die Hochschulen und Universitäten hohe Zulassungsbeschränkungen haben und nicht alle ausländischen, schulischen Abschlüsse anerkannt werden können.


Unterstützung bei der Aufnahme eines Studiums erhalten Sie bei
Pauline Andrzejewski
Tel. 04961 – 9123 2026
pauline.andrzejewski@drk-emsland.de

… zur Unterstützung im Alltag

Neben der wichtigen ehrenamtlichen Unterstützung, können Flüchtlinge auch auf digitale Helfer zurückgreifen. Eine Sammlung von Unterstützungsapps für Flüchtlinge findet sich unter: https://www.proasyl.de/hintergrund/uebersicht-informationsangebote-fuer-fluechtlinge-im-internet/

 

  • Ich würde gerne einem Flüchtling oder einer Familie beim Eingewöhnen helfen und sie im Alltag begleiten. Wie geht das?

1. Kontaktaufnahme

 

Die Unterstützung einer geflüchteten Familie oder Einzelperson kann man sich wie Nachbarschaftshilfe vorstellen, die wir auch in Deutschland kennen.


Wenn es sich tatsächlich um eine Familie in Ihrer Nachbarschaft handelt, der Sie helfen, stellen Sie sich vor, sagen Sie, dass Sie Ihre Hilfe anbieten und fragen Sie wo noch Unterstützung benötigt wird. Die Familie wird vermutlich dankbar für Ihre Hilfe sein und Probleme direkt ansprechen.


Wenn Sie noch auf der Suche nach einer Familie sind, melden Sie sich bei der Migrationsberatungs- und Kontaktstelle des Deutschen Roten Kreuzes. Nach der Erfüllung aller Voraussetzungen (Führungszeugnis, Datenschutzerklärung) vermitteln wir Ihnen eine Familie, die bei uns bereits um Unterstützung gebeten hat. Sie sind dann in Kontakt mit den Kollegen der Beratungsstelle, die Ihnen die Schwerpunkte erklären und Hilfestellungen bieten.

 

2. Bei der Familie vor Ort

 

Eine Familie im Alltag begleiten, bedeutet z.B. sie die ersten Male mit einem Schreiben zur Beratungsstelle zu begleiten, ihr die Wege zur Tafel/ zur Arbeitsagentur u.a. zu zeigen oder einen Termin beim Arzt zu vereinbaren, eventuell auch die Unterstützung bei der Wohnungs-/ Jobsuche.


Bei der Kommunikation helfen Hände und Füße, Mimik und Laute aber auch Übersetzungs-Apps wie der „Google Übersetzer“, der auch offline nutzbar ist oder Bilderwörterbücher.


Am Anfang werden Sie vermutlich mehr Zeit mit der Familie verbringen, da viele Dinge geregelt werden müssen, wie z.B. die Organisation von Fahrrädern, das Aufzeigen von wichtigen Anlaufstellen in der Umgebung u.v.m.


Lassen sie sich Zeit beim Kennenlernen, es dauert bis von beiden Seiten ein gewisses Vertrauen aufgebaut wurde und sich beide Seiten an kulturelle Eigenheiten gewöhnen.


Sie benötigen viel Geduld und Verständnis für andere Lebensweisen und die Akzeptanz anderer Meinungen. So wird die Familie nicht unbedingt jeder Empfehlung von Ihnen nachkommen - das ist auch in Ordnung, denn eine Familie im Alltag begleiten, bedeutet nicht, ihr die Verantwortung für das eigene Leben abzunehmen. Langfristig soll Ihre Hilfe überflüssig werden, damit die Familie selbständig ihren Alltag in Deutschland regeln kann. Sie sollen lediglich Hilfestellung bieten, damit sich die Zugewanderten in ihrer neuen Umgebung zurechtfinden können.

 

3. Grenzen

 

Es ist wichtig, dass Sie sich bereits im Vorhinein Gedanken darüber machen, wo Sie Ihre Grenzen setzen und diese auch wahren. Sie entscheiden dabei selbst, ob Sie Ihre Telefonnummer oder Adresse an die Familie herausgeben wollen und wann und wie oft Sie erreichbar sein möchten oder ob Sie die Familie nur an bestimmten Tagen besuchen. Sie entscheiden wie viel Zeit Sie bei der Familie verbringen können und wollen und in welchen Bereichen Sie sich ganz bewusst abgrenzen möchten. Bei allen rechtlichen und behördlichen Fragen sollten Sie sich am besten an die DRK-Beratungsstelle wenden!

 

Informationen zur Unterstützung im Alltag erhalten Sie bei

Frau Helen Wessels
Tel. 04961-9123-2019
helen.wessels@drk-emsland.de

 

Daneben gibt es weitere Unterstützungseinrichtungen in Papenburg für Flüchtlinge:


Kleiderkammer des DRK-Ortsvereins
Gut erhaltene Kleidung sowie Schuhe, Wäsche, Bettzeug und Decken und können Sie in der DRK Kleiderkammer an der Rathausstr. 11 in Papenburg erhalten.


Öffnungszeiten:
Ausgabe: Mo. - Mi. 11.00 – 13.00 Uhr

 

Kinderschutzbund Papenburg
Kleidung für Kinder können Sie beim Kinderschutzbund, An der Marktkirche 2, in Papenburg erhalten.


Öffnungszeiten:
Di. – Do. 10.00 – 12.00 Uhr

 

Kolping
Fahrräder, Spiele, Haushaltsgegenstände und Möbel können Sie bei der Kolping-Werkstatt, Im Hoffskanal 1-5 in Papenburg erhalten.


Öffnungszeiten:
Mo. – Do. 8.00 – 17.00 Uhr
Fr. 8.00 – 14.00 Uhr

 

Soziales Kaufhaus und Papenburger Tafel
Alternativ erhalten Sie auch im Sozialen Kaufhaus, am Grader Weg 58, Kleidung, Hausrat sowie Lebensmittel.


Öffnungszeiten:
Mo. – Mi. 13.30 – 17.00 Uhr
Do. 14.00 – 17.00 Uhr

 

Weitere Verteilstellen der Tafel:

Aschendorf, Von Galen Str./ Ecke Poststraße 9, 26871 Aschendorf
Öffnungszeiten:
Di. und Do. 15.00 – 16.00 Uhr


Dörpen, im Christophorushaus, 26892 Dörpen

Öffnungszeiten:
Di. 10.15 – 11.30 Uhr, Do. 14.45 – 16.00 Uhr


Esterwegen, Alte Schulstraße 15, 26897 Esterwegen
Öffnungszeiten:
Sa. 11.45- 13.15 Uhr


Sögel, Sachsenweg 2b, 49751 Sögel,
Öffnungszeiten:
Do. 14.00 – 15.00 Uhr

 

  • Was ist bei Krankheit zu tun?

Während des Asylverfahrens werden nach §4 AsylbLG nur „akute Erkrankungen und Schmerzzustände“ bei Flüchtlingen sowie die medizinische Versorgung während der Schwangerschaft und bei der Geburt vom Sozialamt übernommen. Es ist aber notwendig, sich vor jeder ärztlichen Behandlung einen Krankenschein vom Sozialamt zu holen. Diese sind von Mo.-Do. in der Zeit von 8.00-10.00 Uhr erhältlich.


Im Einzelfall können auch „sonstige Leistungen“ übernommen werden, wenn diese zur Sicherung der Gesundheit unerlässlich sind. Das Sozialamt muss dann mit dem Gesundheitsamt Rücksprache halten, ob die Kosten übernommen werden. Dies kann z.B. ein Klinikaufenthalt in der psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses sein oder eine Psychotherapie wegen Traumata.


Anders ist es bei Flüchtlingen mit einer Aufenthaltserlaubnis. Diese erhalten ihren Krankenschutz über die gesetzliche Krankenversicherung. Das bedeutet im Krankheitsfall kann ein Termin bei einem entsprechenden Arzt vereinbart werden. Zu diesem Termin sollte allerdings immer die Chipkarte der Krankenkasse mitgeführt werden.


Informationen zum Thema Krankheit erhalten Sie bei
DRK Migrationsberatungs- und Kontaktstelle
Tel. 04961 – 9123 2025

 

  • Welche Freizeitangebote gibt es für Kinder und Jugendliche?

Die Projekte „Jugend und Migration in Papenburg“ (kurz: JuMP) und „Wel(l)come-ein Projekt für Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien in Papenburg“ (kurz: Wel(l)come) bieten Kindern und Jugendlichen verschiedene Freizeit – und Bildungsangebote in Papenburg. Hierbei handelt es sich sowohl um wiederkehrende als auch um einmalige Veranstaltungen. Beide Projekte sind mit den Einrichtungen vor Ort eng vernetzt. Auf der DRK Homepage finden Sie aktuelle Informationen über die Angebote des Projektes „Wel(l)come“ und „JuMP“. Alternativ können Sie uns auch gerne direkt ansprechen.


Informationen zum Projekt Wel(l)come erhalten Sie bei
Daniela Küwen
Tel. 04961-9123 2032
daniela.kuewen@drk-emsland.de

 

Informationen zum Projekt JuMP erhalten Sie bei
Pauline Andrzejewski
Tel. 04961-9123 2026
pauline.andrzejewski@drk-emsland.de

 

  • Ist ein Umzug möglich?

Durch das Integrationsgesetz ist es anerkannten Flüchtlingen in Niedersachsen nur erlaubt innerhalb des Bundeslandes umzuziehen. Ein Umzug in ein anderes Bundesland kann nur in Ausnahmefällen und mit Erlaubnis der zuständigen Ausländerbehörde erfolgen. In diesem Fall wenden Sie sich an die DRK-Beratungsstelle. Hier erhalten Sie weiterführende Informationen und Hilfe bei der Antragstellung.

... zu Mobilität

  • Dürfen Flüchtlinge hier mit ihrem Führerschein Auto fahren bzw. was ist notwendig, um hier Auto fahren zu dürfen?

In den ersten 6 Monaten des Aufenthalts in Deutschland ist es erlaubt, mit dem Führerschein des Herkunftslandes in Deutschland Auto zu fahren. Danach kann eine Umschreibung des bisherigen Führerscheins erfolgen. Hierzu ist es notwendig, dass dieser übersetzt wird und auf seine „Echtheit“ hin überprüft wird. Anschließend muss in einer Fahrschule sowohl eine praktische als auch theoretische Führerscheinprüfung abgelegt werden. Die Theorie ist mittlerweile auch auf Arabisch möglich. Die Anzahl der Fahrstunden, die vorher absolviert werden müssen, ist individuell. Theoriestunden müssen nicht absolviert werden. Jedoch ein Augentest sowie Erste Hilfe Kurs (z.B. beim DRK). Kosten für eine Umschreibung belaufen sich auf ca. 500€ (kann aber variieren). Wichtig: Auch die sogenannten „Internationalen Führerscheine“ sind nach 6 Monaten in Deutschland nicht mehr gültig. Die Person macht sich strafbar, wenn sie nach 6 Monaten noch mit ihrem Führerschein in Deutschland fährt. Wer im Herkunftsland noch über keinen Führerschein verfügt hat oder diesen nicht mehr hat, kann nach den ganz normalen Bedingungen den Führerschein hier in Deutschland erwerben.


Informationen zum Führerschein erhalten Sie bei
Frau Niesmann
Tel. 04961-9123 2024
marina.niesmann@drk-emsland.de

 

  • Wie erhalten Flüchtlinge in Papenburg ein Fahrrad?

Fahrräder können beim Kolping erworben werden. Die Gebühr wird vom Kolping jeweils festgelegt. Die sogenannten „Berechtigungsscheine“ die in der Vergangenheit von der Stadt ausgefüllt wurden, gibt es nicht mehr.


Kontakt:
Kolping-Werkstatt
Im Hoffskanal 1-5
Tel. 04961 – 9217 070

 

  • An wen kann ich mich wenden, wenn ein Fahrrad repariert werden muss? Was kostet das?

In Papenburg besteht die Möglichkeit jeden Mittwoch von 8.00-17.00 Uhr sein Fahrrad bei den Kolping Werkstätten sofort reparieren zu lassen. Dabei fallen nur Kosten für die neu eingebauten Teile an. Der Reparaturservice an sich ist kostenfrei.


Kontakt:
Kolping-Werkstatt
Im Hoffskanal 1-5
Tel. 04961 – 9217 070

 

  • Welche Unterstützung gibt es, wenn jemand noch kein Fahrrad fahren kann?

Es finden regelmäßig Fahrradfahrschulen beim Deutschen Roten Kreuz statt. Diese werden nach Bedarf angeboten. Deshalb ist es wichtig, dass sich die interessierten Personen beim DRK melden. In der Regel handelt es sich hierbei um Frauen. Aber auch Männer, die kein Fahrrad fahren können, können sich bei uns melden. Die Fahrradfahrschule beläuft sich in der Regel auf zwei Wochen, in denen wochentags intensiv geübt wird. Vorkenntnisse und eigene Fahrräder sind hierfür nicht notwendig.


Informationen zur Fahrradfahrschule erhalten Sie hier:

 

Papenburg, Rhede
Frau Niesmann
Tel. 04961-9123 2024
marina.niesmann@drk-emsland.de

 

Werlte, Lathen, Dörpen
Frau Wilken
Mobil 01590 48833011
nadja.wilken@drk-emsland.de

 

Nordhümmling
Frau Böhmker
Tel. 04961-9123 2036
Mobil 01590 4833002
karina.boemker@drk-emsland.de

… zum ehrenamtlichen Engagement allgemein

  • Wo kann ich Spenden abgeben?

Kleiderspenden für jedes Alter

Gut erhaltene Kleidung sowie Schuhe, Wäsche, Bettzeug und Decken und können Sie in der Kleiderkammer des DRK-Ortsverein an der Rathausstr. 11 in Papenburg abgeben.


Außerhalb der Öffnungszeiten können Sie die Sammelbehälter neben dem DRK Gebäude sowie bei den DRK Kitas nutzen.


Öffnungszeiten:
Annahme: Mo. - Mi. 09.00 – 13.00 Uhr
Ausgabe: Mo. - Mi. 11.00 – 13.00 Uhr


Kontakt:
Gisela Wübbena
Tel.: 04961 - 23 90
kleiderkammer@drk-papenburg.de

 

Geldspenden DRK KV Emsland e.V.
Spendenkonto – Migrationsarbeit Emsland -
Sparkasse Emsland
IBAN: DE25 2665 0001 0000 0171 11
BIC: NOLADE21EMS

 

Kleiderspenden Kinder
Kleidung für Kinder können Sie auch beim Kinderschutzbund in Papenburg abgeben.


Öffnungszeiten:
Di. – Do. 10.00 – 12.00 Uhr


Kontakt:
An der Marktkirche 2
26871 Papenburg

 

Sonstige Sachspenden

Fahrräder, Spiele, Haushaltsgegenstände und Möbel können Sie bei der Kolping-Werkstatt in Papenburg abgeben.


Öffnungszeiten:
Mo. – Do. 8.00 – 17.00 Uhr
Fr. 8.00 – 14.00 Uhr

 

Bei großen und sperrigen Gegenständen besteht auch die Möglichkeit, dass die Mitarbeiter der Kolping Werkstätten die Gegenstände abholen.


Es sollte darauf geachtet werden, dass die Spenden noch gebrauchsfähig sind und benötigt werden.


Sperrmüll wird nicht abgeholt.


Kontakt:
Kolping-Werkstatt
Im Hoffskanal 1-5
26871 Papenburg
Tel. 04961 – 9217 070

 

Alternativ nimmt auch das Soziale Kaufhaus, am Grader Weg 58, Kleiderspenden und Hausrat entgegen.


Öffnungszeiten:
Mo. – Mi. 13.30 – 17.00 Uhr
Do. 14.00 – 17.00 Uhr


Kontakt:
Soziale Kaufhaus und Papenburger Tafel
Grader Weg 58
26871 Papenburg
Tel. 04961 – 6607 80

 

  • Was ist ein Integrationslotse?

Ein Integrationslotse ist ein vom Landkreis Emsland für die Eingliederung von Zugewanderten ausgebildeter Ehrenamtlicher. Integrationslotsen haben einen vom Land Niedersachen geförderten Kurs über 50 Unterrichtseinheiten absolviert, in denen sie sich mit Inhalten wie Formen der Zuwanderung, Eingliederungsmodellen, rechtlichen Rahmenbedingungen, interkulturelle Kompetenz und Kommunikationsformen auseinandergesetzt haben. Integrationslotsen arbeiten mit Verbänden zusammen, werden aber zusätzlich vom Landkreis durch die Organisation von Austausch- und Netzwerktreffen betreut. Sie ersetzen jedoch nicht die hauptamtliche Tätigkeit der Integrationsarbeit. Integrationslotsen erklären die Strukturen vor Ort und können sowohl in verschiedenen Bereichen tätig sein wie z.B. der Sprachvermittlung, Unterstützung und Vorbereitung von Bewerbungsunterlagen als auch in Familien bei der Bewältigung von alltäglichen Problemen. Bei Interesse können Sie sich an die Migrationsberatungs- und Kontaktstelle des DRK KV Emsland e.V. wenden.


Informationen zum Thema Integrationslotsen erhalten Sie bei
DRK Migrationsberatungs- und Kontaktstelle
Tel. 04961 – 9123 2025

 

  • Mich belastet die Arbeit emotional. Wo kann ich Hilfe finden?

Bei der Arbeit mit Menschen ist es vollkommen normal, dass Sie die Situation der Flüchtlinge, aufgrund des unsicheren Aufenthaltsstatus, der Fluchtgeschichte und Traumata emotional berührt.


Das DRK bietet Ihnen in den regelmäßig stattfindenden Arbeitskreistreffen ein Forum, in dem sich die Ehrenamtlichen untereinander austauschen können. Engagierte können dort über alltägliche Probleme mit ihren Schützlingen sprechen und sich wertvolle Tipps von erfahrenen Freiwilligen und Hautamtlichen holen.


Geht die Belastung darüber hinaus, macht es eventuell auch Sinn sich zunächst von der Familie zu distanzieren. Sorgen Sie in erster Linie für Ihr eigenes (seelisches) Wohlbefinden. Sie können anderen nur dann helfen, wenn es Ihnen selbst gut geht. In diesem Fall können Sie sich gerne auch hilfesuchend an die DRK-Beratungsstelle wenden.


Viele Zugewanderte müssen ausgewiesen werden oder gehen durch einen langen Prozess wie z.B. Härtefallangelegenheiten, um einen gesicherten Aufenthaltsstatus zu erlangen. Diese Personen können bereits Jahre in Deutschland verbracht haben und stehen am Ende manchmal trotz aller Bemühungen vor einem Ablehnungsbescheid. In diesen Fällen geht es darum, auch aussichtslose Situationen der Schützlinge aushalten zu können.


Wichtig bei der Arbeit mit Menschen ist es, Grenzen abzustecken und diese auch zu wahren, damit Ihre eigene Gesundheit nicht darunter leidet.


Das DRK bietet in der zweiten Jahreshälfte 2016 auch Fortbildungen für Ehrenamtliche, in denen u.a. der Umgang mit Nähe und Distanz geschult wird.


Unterstützung und Informationen erhalten Sie bei
Frau Helen Wessels
Tel. 04961-9123-2019
helen.wessels@drk-emsland.de

 

  • Ich möchte mich ehrenamtlich engagieren, besteht für mich eine Unfall- und Haftpflicht?

Ja, natürlich! Das DRK hat für ehrenamtlich Tätige über die gesetzliche Unfallversicherung hinaus umfangreiche Versicherungen abgeschlossen. Eine Zusammenstellung finden Sie im Ehrenamtsportal und wird Ihnen bei einem Kennenlerngespräch ausgehändigt.


Informationen zur Absicherung im Ehrenamt erhalten Sie bei
Frau Helen Wessels
Tel. 04961-9123-2019
helen.wessels@drk-emsland.de