Seit Ende Januar ist beim DRK-Ortsverein Meppen ein kompletter sogenannter Führungszug Land stationiert. Um die vereinseigenen Fahrzeuge unterbringen zu können, wurde eine neue Halle gebaut, die nach rund einjähriger Bauzeit am 29. Januar offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurde. Die Kosten für den Neubau übernahm der Landkreis Emsland.
Zur Einweihung begrüßte Helmut Schwendtner, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Meppen, zahlreiche Gäste aus dem Landkreis, der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk (THW) und dem DRK. Er betonte, dass die Stationierung des Führungszugs ein wichtiger Schritt für den Katastrophenschutz in Niedersachsen und im Emsland sei. „Mit diesem Führungszug ist es möglich, bei größeren Schadenslagen schneller und professioneller zu reagieren“, so Schwendtner. Gleichzeitig dankte er allen Beteiligten, darunter Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie dem DRK-Kreisverband Emsland, darunter Präsident Reinhard Hebbelmann und 1. Vorsitzender und Kreisgeschäftsführer Christof Witschen.
Für den Landkreis sprach Kreisrat Christoph Exeler, der offen einräumte, zunächst gezweifelt zu haben, „ob denn eine Headline – Einweihung einer Unterstellhalle – so eine tolle Headline ist.“ Seine Antwort fiel jedoch eindeutig aus: „Ja, denn sie steht für gute Zusammenarbeit und gelebte Kommunikation im Sinne der Bevölkerung.“ Besonders hob er den Einsatz der ehrenamtlichen Kräfte hervor. Der Führungszug setze sich aus Mitgliedern von Feuerwehr, THW, DRK und weiteren Hilfsorganisationen zusammen, die neben Beruf und Ehrenamt zusätzliche Zeit für den Zug investieren. „Dafür kann man nur den Hut ziehen“, sagte Exeler. Er betonte zudem, dass die Nutzung der vorhandenen DRK-Strukturen für den Landkreis auch wirtschaftlich sinnvoll sei. Als Dank lud er die Anwesenden zu einem Imbiss ein, der von der Foodbox des DRK-Ortsvereins Dörpen angeboten wurde.
Im Anschluss erklärte Christian Drosten, Mitglied der Feuerwehr Meppen und Leiter des Führungszuges, die Aufgaben und Einsatzmöglichkeiten. Er berichtete, dass von den ersten Planungen im Jahr 2018 bis zur endgültigen Fassung des Betriebskonzepts Ende 2023 zahlreiche Gespräche und organisatorische Schritte nötig gewesen seien. Im Jahr 2025 absolvierten die Zugmitglieder zudem mehrere einwöchige Lehrgänge und Schulungen. „Jetzt, im Jahr 2026, hat der Führungszug mit der Stationierung in Meppen endlich ein festes Zuhause“, so Drosten. Besonders betonte er das hohe Engagement des insgesamt 23-köpfigen Teams, von dem jedes Teammitglied neben seiner Arbeit auch bei unterschiedlichen Hilfsorganisationen ehrenamtlich tätig ist. „Der Zug bedeutet für jeden zusätzliche Aufgaben und Arbeit, die jeder Einzelne hochmotiviert wahrnimmt. Und dafür bedanke ich mich bei allen ganz herzlich, so, wie auch beim Ortsverein Meppen und beim Landkreis Emsland.“
In Deutschland gilt im Bevölkerungsschutz eine klare Aufgabenteilung: Der Bund hat die Verantwortung für Zivilschutz, Ausstattung, Warnung und Unterstützung. Die Länder sind zuständig für Katastrophenschutz, Führung und Führungszüge. Die Kommunen, hier der Landkreis Emsland, sind verantwortlich für die Durchführung und Einsatzleitung vor Ort.
Führungszüge kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn größere Schadenslagen viele Einsatzkräfte erfordern und diese koordiniert werden müssen. Sie sammeln Informationen, bereiten Entscheidungen vor und unterstützen die Einsatzleitung. Der Führungszug besteht aus vier Fahrzeugen – einem Mannschaftswagen, zwei Lastwagen sowie einem Anhänger – die mobil und autark arbeiten können. Vor Ort wird damit eine Führungsstelle aufgebaut, in der Lagekarten, Einsatzkräfte und Schadenslagen übersichtlich dargestellt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Kommunikation mit Leitstellen, Behörden und Einsatzkräften. Das Team eines Führungszugs besteht aus 16 speziell ausgebildeten Einsatzkräften, darunter Zugführer, Einsatzleiter, Führungsassistenten und Funkkräfte. Die Fahrzeuge lassen sich zu einer Einheit zusammenschließen und bieten dann gut 20 Quadratmeter Bürofläche, ausgestattet mit modernster Kommunikations- und Bürotechnik.
Insgesamt erweist sich die Stationierung beim Ortsverein Meppen als klare Win-win-Situation. Der Landkreis kann auf bewährte Strukturen und zugleich auf qualifizierte Einsatzkräfte mit umfassender Erfahrung zurückgreifen und dadurch seine finanziellen Mittel schonen. Für das Deutsche Rote Kreuz bedeutet die Vereinbarung einen verlässlichen Nutzer der Halle zu haben sowie eine weitere Stärkung der bewährten Zusammenarbeit mit dem Landkreis.



